Übergewicht beim Hund: Ursachen und Abnehmplan
Ein paar Kilo zu viel wirken auf den ersten Blick oft harmlos – für Hunde bedeutet Übergewicht jedoch ein erhöhtes Risiko für Gelenkprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine geringere Lebenserwartung. Wer frühzeitig gegensteuert, tut seinem Hund langfristig einen großen Gefallen.
Wie erkenne ich, ob mein Hund übergewichtig ist?
Eine einfache Faustregel: Die Rippen sollten sich mit leichtem Druck ertasten lassen, ohne sichtbar hervorzustehen. Von oben betrachtet sollte eine Taille erkennbar sein, von der Seite ein leichter Bauchaufzug. Ist das nicht der Fall, lohnt sich eine genauere Einschätzung – idealerweise beim Tierarzt, der den Body Condition Score (BCS) bestimmen kann.
Häufige Ursachen für Übergewicht
- Zu große Futtermengen: Oft wird nach Gefühl statt nach tatsächlichem Bedarf gefüttert.
- Zu viele Leckerlis: Belohnungen zwischendurch werden bei der Gesamtkalorienmenge häufig unterschätzt.
- Zu wenig Bewegung: Besonders bei älteren oder in der Wohnung gehaltenen Hunden.
- Kastration: Der Stoffwechsel verändert sich nach der Kastration häufig, der Energiebedarf sinkt.
- Rasseveranlagung: Manche Rassen neigen stärker zu Übergewicht als andere.
Der Abnehmplan: Schritt für Schritt
1. Ausgangspunkt beim Tierarzt klären
Vor jeder Diät sollte ausgeschlossen werden, dass gesundheitliche Ursachen (z. B. Schilddrüsenprobleme) hinter dem Übergewicht stecken.
2. Realistisches Zielgewicht festlegen
Gemeinsam mit dem Tierarzt lässt sich ein gesundes Zielgewicht bestimmen, an dem sich die Futtermenge orientiert.
3. Futtermenge anpassen
Die tägliche Futtermenge wird schrittweise reduziert – wer zwischen Trocken- und Nassfutter wechselt oder mischt, sollte die Portionen wegen unterschiedlicher Feuchtigkeit gesondert ansetzen. Meist wird eine langsame, kontinuierliche Gewichtsabnahme empfohlen, statt eines radikalen Sprungs.
4. Leckerlis bewusst einplanen
Leckerlis sollten Teil der Tagesration sein, nicht zusätzlich dazu. Alternativ eignen sich kalorienarme Optionen wie kleine Gemüsestücke (z. B. Karotte).
5. Bewegung schrittweise steigern
Zusätzliche, regelmäßige Bewegung unterstützt den Abnehmprozess – wichtig ist dabei, die Belastung an die aktuelle körperliche Verfassung des Hundes anzupassen, um Gelenke nicht zu überlasten.
6. Regelmäßig kontrollieren
Wöchentliches Wiegen (bei kleineren Hunden) oder monatliche Kontrollen beim Tierarzt (bei größeren Hunden) helfen, den Fortschritt im Blick zu behalten und die Futtermenge bei Bedarf anzupassen.
Warum Crash-Diäten keine gute Idee sind
Ein zu schneller Gewichtsverlust kann den Stoffwechsel belasten und zu Nährstoffmangel führen. Eine langsame, kontrollierte Reduktion über mehrere Wochen bis Monate ist gesünder und nachhaltiger als radikale Futterkürzungen.
Fazit
Übergewicht beim Hund entsteht meist schleichend – und lässt sich mit einem strukturierten, realistischen Plan aus angepasster Futtermenge, bewusstem Umgang mit Leckerlis und mehr Bewegung gut in den Griff bekommen. Wichtig ist, das Vorgehen mit dem Tierarzt abzustimmen und Geduld für einen nachhaltigen Prozess mitzubringen.




